Sie werden fragen, was soll hier das Thema Wasserpfeife (Shisha) rauchen. Erstens war ich lange Jahre selbst im Irrglauben Wasserpfeife rauchen sei "besser" als andere Formen des Tabakkonsums und zweitens ist dies gerade bei Tauchern beliebt. Dies liegt einerseits an den Tauchzielen in welchen Shisha rauchen allgemein üblich ist (z.b. Ägypten) und ist andererseits eine willkommene abendliche gesellschaftliche Betätigung, nicht nur bei Tauch-Safaris.

Shishas sind vielfältig in Bauform, Größe, verwendetem Tabak und Kohle. Shisha rauchen ist eine gemeinsame Betätigung, daher unterscheiden sich Rauchdauer und Zugfrequenz von Mal zu Mal. Studien dazu auf welche ich mich beziehen kann sind daher schwierig. In aller Kürze die Quintessenz der Auswirkungen und Gefahren:

Oxidativer Stress:
Eine österreichische Studie aus dem Jahre 2003 zeigte, daß schon das einmalige Wasserpfeifen rauchen zu einem deutlichen und bei Wiederholung zu einer langanhaltender oxdiativen Stressbelastung des Körper führt.

Kohlenmonoxid:
Letzte Erkenntnisse aus dem Feuerwehrbereich zeigten, dass die Belastung durch Kohlenmonoxid - besonders in geschlossenen Räumen - dramatisch bis gesundheitsgefährdend ist. Es gibt eine Reihe von Berichten unerklärter Bewußtlosigkeiten und migräneartiger massiver Kopfschmerzen in Mitteleuropa welche in Zusammenhang mit dem vorherigen Shisha Konsum gebracht werden.

Inhaltsstoffe Zigarette - Wasserpfeife im Vergleich:

Leider wird die Filterwirkung des Wassers der Wasserpfeife bezüglich der über 4000 verschiedenen Rauchinhaltsstoffe überbewertet. Im Gegenteil im Rauch der Wasserpfeife finden sich deutlich höhere Werte für Teer(!), Arsen, Beryllium (radioaktiv!), Nickel, Blei, Chrom, Kobalt und Kohlenmonoxid. Dies läßt sich durch das geänderte Rauchverhalten durch den im Wasser abgekühlten Rauch erklären. Bei einer Zigarette werden kleine Mengen (ca. 35ml) Rauch inhaliert. Bei einer Wasserpfeife bis zu einem Liter Rauch pro Brustzug (1000ml). Durch die Tiefe des Brustzuges gelangen die Rauchinhaltsstoffe viel tiefer in die Lunge als bei einer Zigarette. Das Teer entsteht übrigens erst während der Verbrennung, ist also ursprünglich gar nicht im Tabak vorhanden.

Übertragung von Krankheiten:

Durch das gesellige gemeinschaftliche Rauchen kommt es zum Austausch von Krankheitserregern. Es ist leider bereits durch eine Studie aus Dänemark belegt, daß das Übertragungsrisiko für Tuberkulose signifikant (=nachweisbar) durch gemeinsames Wasserpfeifen rauchen erhöht ist. Weiters aber auch für Helicobacter pylori (= wahrscheinlich mitverantwortlich für Magenbeschwerden und Magengeschwürentstehung), Viren wie Hepatitis oder Herpes (= "Fieberblase").

Versteckte Gefahren:

Ein Autor weist auch auf die Gefahr durch weitere Beimengungen insbesondere im Wasser hin: Zum einen kann das Wasser selbst einfach mit Erregern verseucht sein, aber auch die Beimengung von Alkohol als auch anderer psychoaktiver Substanzen ist bekannt.

Was nun sprach Zeus - oder angewandte Risikominimierung, wenn man nicht "außen vor" bleiben möchte oder kann.

  • Je mehr sich an der Shisha beteiligen, desto seltener kommt man dran. Die Rauchbelastung sinkt.
  • Nicht voll ausgeatmet inhalieren, sondern ein bißchen einatmen und dann inhalieren (wenn überhaupt!)
  • Jedem sein eigenes Mundstück. (nicht nur auf den Tisch gelegt, sondern auch verwenden!)
  • Nur im Freien rauchen (Feinstaubbelastung sonst gewaltig!)
  • Zusätzlich Getränke, welche dem oxidativen Stress entgegen wirken, trinken.

  • ...oder sich eine andere gemeinschaftliche Abendbeschäftigung suchen, mit etwas Phantasie fällt Ihnen schon was ein.



Last but not least: Ich bin zusätzlich auch Thoraxchirurg, Lungenkrebs ist daher auch mein Thema!